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für kritische Medienpraxis


SOZIALE BEWEGUNGEN, GESCHICHTE VON UNTEN, OST und WEST

Über das Gespenst der Migration: die Papierlosen auf dem Arbeitsmarkt

Vom 8. September 2010. Autor Markus Schlotterbeck

 

Die Aufrüstung der Grenzsicherung und die restriktive Ausländerpolitik der letzten Jahre haben die transnationale Migration in Europa nicht einzudämmen vermocht. Niemand weiß, wie viele Menschen ohne Papiere sich gegenwärtig in der EU aufhalten und von einer irregulären Arbeit leben.

 

Das Ausmaß, das migrantische Arbeit auf europäischen Baustellen, Plantagen, in Gaststätten und Kinderzimmern erreicht hat, erfordert einen Perspektivenwechsel auf die Migrations- und Asylpolitik. Die Flüchtlingsproblematik erschöpft sich nicht im Versuch von Politik und Justiz, zwischen Wirtschafts- und politischen Flüchtlingen zu unterscheiden.

 

Die Mehrheit der Medien behandelt das Thema illegale Migration aber nach wie vor unter dem Gesichtspunkt Asyl. Eine Abkehr von dieser einseitigen Fokussierung ist nötig, denn die Migrations-Abwehr bringt eine Entrechtung von MigrantInnen mit sich, der wir uns vor dem Hintergrund der Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt nähern müssen. Was europäischen Staatsbürgern als bedrohliche Utopie erscheint, prägt den Alltag „illegaler“ MigrantInnen: ein völlig deregulierter Arbeitsmarkt, auf dem Arbeitskräfte mobil und flexibel zu sein haben; ohne politische Artikulation, jederzeit künd- und ersetzbar.

 

Doch „illegale“ MigrantInnen sind nicht schlicht die Opfer einer Politik der Entrechtung. Ihre Position in der Gesellschaft weist nicht nur hin auf ihre Ausbeutung, sondern auch auf eine Autonomie. Jenseits der politischen Bühne finden MigrantInnen neue Wege der Vernetzung, mittels derer sie ihren Ausschluss zu unterlaufen verstehen.

 

Wie werden die Papierlosen die kulturelle und politische Landschaft Europas verändern?

Fuck The Army: Das Archiv Soldatenrechte in Berlin

Vom 26. August 2010. Autor Markus Schlotterbecvk

Im November 2008 stellte der US-Deserteur Andre Shepherd vor seiner Verlegung in den Irak einen Asylantrag in Deutschland. Ein Ereignis von soldatischem Widerstand, das Aufmerksamkeit erregte. Die Fälle von Desertionen und Befehlsverweigerungen zu dokumentieren, über die sonst zu wenig berichtet würde – für dieses Ziel hat sich vor zwanzig Jahren der Verein „Archiv Soldatenrechte“ in Berlin-Kreuzberg gegründet.
In der Görlitzer Straße werden die weltweit wohl einzigartigen Zeugnisse von Resistance Inside The Army (RITA) bewahrt: Bücher, Magazine, Flugblätter und Poster über den Widerstand in Vietnam und anderen Kriegen. Seit dem Tod des Archivars Dieter Brünn im April 2010 besteht über den weiteren Verbleib der Sammlung Unklarheit.

FESTUNG EUROPA: Flüchtlingsabwehr an den Grenzen der EU und in Deutschland

Vom 7. Oktober 2009. Autor Björn Lachmann

Täglich versuchen hunderte, wenn nicht tausende Menschen auf unterschiedlichen Wegen,  Zuflucht in der „Festung Europa“ zu finden. Nur wenige können sie „erstürmen“ – aber viele werden in den Mühlen der EU-Flüchtlingspolitik zerrieben und bezahlen ihre Flucht aus inhumanen Lebensbedingungen mit dem Leben. Wird an den Außengrenzen der EU der in Grundgesetz und Genfer Flüchtlingskonvention festgeschriebene Schutz der Flüchtlinge konstant verweigert?

GESCHICHTSPOLITIK UNGARN 1956: Das Terrormuseum in Budapest und seine block-lager-platte antikommunistische Rhetorik

Vom 14. Oktober 2006. Autor Richard Herding

Budapest hat eine Gedenkstätte für die repressive Staats- und Alltags-Situation 1948 bis 1990, wie sie Deutschland für die stalinistische Repression in der Sowjetischen Besatzungszone und späteren Deutschen Demokratischen Republik nicht aufweist.

Die vergessene Seite der Revolution - Arbeiterräte und Selbstverwaltung in Polen und Ungarn 1956

Vom 5. Oktober 2006. Autor Richard Herding

Diskussionsveranstaltung des Arbeitskreises „Geschichte sozialer Bewegungen von unten: Ost und West“
Im Oktober 2006 jährt sich zum fünfzigsten Mal der Aufstand in Ungarn 1956. In Form von informativen Vorträgen, Dokumentarfilmen und Diskussionen wird in dieser Veranstaltung der Blick auf andere, in ihrer Bedeutung und Vielzahl kaum noch bekannte Tatsachen gerichtet.

1918 - 1945 - 1989 - 2005 ... RÄTEBEWEGUNGEN GESTERN – HEUTE – AUCH MORGEN?

Vom 7. November 2005. Autor Richard Herding

Eine Diskussionsveranstaltung des Arbeitskreises „Geschichte sozialer Bewegungen von unten: Ost und West“
Den Staat abschaffen – das ist anarchistische Parole und kommunistische Utopie, aber auch Ziel des (Neo-?)Liberalismus, und die OK (Organisierte Kriminalität, sprich Mafia) säh’s auch gerne. - Soll nicht nur geputscht werden, d.h. einen bürgerlichen Staat durch den anderen, die Diktatur des Proletariats (und meistens bald der Partei) ersetzt werden, selbst wenn sich dieser dann „Sowjet-“, also „Räte“-Staat nennt, dann müssen ein paar Bedingungen erfüllt sein. - Für Selbstverwaltung im Betrieb gilt das gleiche, aber ihre ersten Schritte sind aufgrund gleicher Erfahrungs-Grundlagen einfacher . . .

„GRÜNE ARBEITERBEWEGUNG“ - wie lange noch ein unbekanntes Wesen ?

Vom 23. September 2005. Autor Richard Herding

Diskussionsveranstaltung des Arbeitskreises „Geschichte sozialer Bewegungen von unten: Ost und West“
Nicht nur Produkte und Umgebung, nein, auch die arbeitenden Menschen selbst sind Ziele von Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Über „Humanisierung der Arbeit“ hinaus sind Zeit-, Raum- Gesundheits-Autonomie zu fordern. Das wäre noch längst nicht das große Ziel „Aufhebung der entfremdeten Arbeit“. Aber die Richtung stimmt.

Bewegung oder WAS(G) ?

Vom 9. September 2005. Autor Richard Herding

Diskussion des Arbeitskreises „Geschichte sozialer Bewegungen von unten: Ost und West“
Schadet oder nützt die neue Partei einer Formierung außerparlamentarischer Kräfte? Ignorieren wir sie oder wird die kritische Auseinandersetzung mit ihrer Politik zukünftig zu einem wichtigen Feld sozialer Bewegungsarbeit? Werden die Ansätze einer sozialen Bewegung der letzten zwei Jahre gestärkt oder geschwächt?

REALE UTOPELIE: Arbeitskämpfe bei Opel als andauernder Erfolg der Basisdemokratie.

Vom 15. August 2005. Autor Richard Herding

Die Opel-Werke in Rüsselsheim, Bochum und Eisenach (dazu kommen noch weitere, kleinere Zulieferbetriebe zu den Montagewerken) haben jeweils ihren ganz eigenen Stil. Die beiden westlichen, Rüsselsheim und Bochum, sind auch -in sehr unterschiedlicher Weise- geprägt von der linken Betriebsarbeit der 1970er Jahre. Das östliche, Eisenach, geprägt vom Desaster des Arbeitskampfes um die Gleichstellung insbesondere der Arbeitszeit.

(BRÖTCHEN & ARBEIT) EXISTENZGELD GEGEN REKORD-ARBEITSLOSIGKEIT

Vom 14. Juli 2002. Autor Richard Herding

Die Entwürfe verkümmern zu Unrecht / Bei Kombi-Löhnen fehlt das Entscheidende: Motivation und Enga-gement der Arbeitssuchenden / "Nichtregierungsorganisationen" müssen aktiv werden