Die vergessene Seite der Revolution - Arbeiterräte und Selbstverwaltung in Polen und Ungarn 1956

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Diskussionsveranstaltung des Arbeitskreises „Geschichte sozialer Bewegungen von unten: Ost und West“
Im Oktober 2006 jährt sich zum fünfzigsten Mal der Aufstand in Ungarn 1956. In Form von informativen Vorträgen, Dokumentarfilmen und Diskussionen wird in dieser Veranstaltung der Blick auf andere, in ihrer Bedeutung und Vielzahl kaum noch bekannte Tatsachen gerichtet.

Author

Richard Herding

 

Diskussionsveranstaltung des Arbeitskreises „Geschichte sozialer Bewegungen von unten: Ost und West“


 

 

14. und 15. Oktober 2006


Veranstalter:

Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung


in Zusammenarbeit mit

Arbeitskreis „Geschichte sozialer Bewegungen von unten, in Ost und West“:

Renate Hürtgen (Institut für zeithistorische Forschung Potsdam), Bernd Gehrke (Bildungswerk Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin), Willi Hajek (Autonome gewerkschaftliche Bildungsarbeit / Helle Panke), Richard Herding (Informationsdienst: für kritische Medienpraxis Berlin)

 

Im Oktober 2006 jährt sich zum fünfzigsten Mal der Aufstand in Ungarn 1956. In Form von informativen Vorträgen, Dokumentarfilmen und Diskussionen wird in dieser Veranstaltung der Blick auf andere, in ihrer Bedeutung und Vielzahl kaum noch bekannte Tatsachen gerichtet. Zum einen soll der Zusammenhang zum Arbeiteraufstand in Posen und zur Situation in der polnischen Arbeiterschaft behandelt werden. Zum anderen wollen wir uns dem wohl einmaligen und fast völlig in Vergessenheit geratenen Ereignis in 40 Jahren sowjetischer Vorherrschaft in diesen Ländern näher zuwenden: Den Arbeiterräten und Revolutionskomitees, die sich im Herbst 1956 in allen größeren Städten und Provinzen, unter Studenten, in der Armee und in allen größeren Fabriken Ungarns bildeten. Was wollten die Aufständischen, darunter viele Jugendliche, tatsächlich? Was meinten sie mit der „Freiheit für Ungarn“? Wie organisierten sie sich und woher kam der Eindruck, dass das Szenario einem „Drehbuch“ glich, so, als wäre erst gestern die letzte Revolutionserfahrung gemacht worden? Es geht nicht darum, einen Mythos aufzubauen, sondern durch den Blick „von unten“ auf die Geschichte jene Ereignisse von territorialen und betrieblichen Selbstverwaltungsorganen in Erinnerung zu rufen und nach den Folgen dieser Bewegungen zu fragen.

 

 

1. Teil: Alltag unterm Stalinismus

 

Ort:

Sonnabend, 14. Oktober 2006, 18 Uhr im Acud, Veteranenstraße 21 (Mitte), 10119 Berlin, Filmsaal

Einführung:

„Wir sind die junge Garde“ Eine Generation zwischen Zukunftsglauben und stalinistischem Terror (Dr. Stefan Wolle, Historiker)

Film:

„Veras Erziehung“, Ung., 1978, OmU, Regie: Pál Gábor, Ungarn 1948.
Die 18jährige Vera wird zur politischen Ausbildung auf eine Parteischule geschickt. Hier lernt sie rasch, was gedacht, gefühlt und getan werden muss, um der Parteidisziplin zu genügen. Am Ende ist sie allein, aber auf dem Weg zu einer höheren Parteikarriere. Eine psychologische Studie des ungarischen Stalinismus. Der Film bekam 1979 internationale Preise.

anschließend:

Diskussion mit Dr. György Fehéri, Collegium Hungaricum Berlin


 

 

2. Teil: Arbeiterräte und Selbstverwaltung in Polen und Ungarn 1956

 

Ort:

Sonntag, 10 Uhr im Haus der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Straße 4 (Prenzlauer Berg), 10405 Berlin, Havemann-Saal

Ablauf:

10.00 Uhr: Die Krise des Stalinismus und das Jahr 1956
10.45: Polen - Massenbewegung zwischen Posener Aufstand und „polnischem Oktober“
12.30 Uhr Mittagspause
13.30 Uhr: Ungarn – Arbeiterräte und Revolutionskomitees: „Geburt einer neuen Staatsmacht“? Referent: György Dalos, Schriftsteller, u.a. 1956. Der Aufstand in Ungarn
15 Uhr: Kaffeepause
15.30 Uhr: „Zwischen Restauration und Aufbruch“ - 1956 und die Folgen

Achtung: Bitte beachten Sie den veränderten Ort am Sonntag!

 

Die Veranstaltung wird realisiert mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin