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für kritische Medienpraxis


HIIIIILFE ! ID- Archiv- und Dokumentationsmöglichkeiten für Recherchen

Vom 5. Juli 2006. Autor Richard Herding

 

INFORMATIONSDIENST: FÜR KRITISCHE MEDIENPRAXIS
Greifswalder Str. 4, Raum 1109
Haus der Demokratie und Menschenrechte
D-10405 Berlin (Prenzlauer Berg)
Tel. 030/20166296,
Fax 20166297
E-Mail: kritik@idmedienpraxis.de
Internet: www.idmedienpraxis.de

Konto 3099300,
Bank für Sozialwirtschaft Berlin
(BLZ 10020500)

S/U-Bahn Alex; Tram M4, N54;
Bus 200,240 „Am Friedrichshain“, TXL ,,Moll-/Otto Braun-Str."
Stand Febr. 2006

 

 

 

Archiv und Dokumentation im ID: Möglichkeiten der Recherche-Unterstützung

 

Was wir haben, was wir können


Der Informationsdienst: für kritische Medienpraxis (ID), der seit 1999 auch in Berlin besteht, engagiert sich im Bereich der alternativen Medienarbeit. Er will unkonventionellen Nachrichten und Berichten den Zugang sowohl zur alternativen als auch zur etablierten Öffentlichkeit ermöglichen. Zwar verfügen alternative MedienarbeiterInnen nicht über die dokumentarische Infrastruktur ihrer KollegInnen in etablierten Medien, ist das Material über alternative Themen noch immer dünn gesät; dennoch wollen wir mit unserem Dokumentationsdienst versuchen, den Anfragen nach Recherche-Unterstützung gerecht zu werden. Unser Archiv umfasst bislang über 1000 Zeitungen / Zeitschriften, darunter ca. 20 laufende, etwa 65 fremdsprachige und einige kostbare Raritäten. Etwa 8800 Artikel haben sich bereits in unserem Textarchiv angesammelt – Tendenz steigend. Broschüren, Prospekte, Flugblätter, Poster, Zeitungs- und Zeitschriftenartikel, Informationsblätter ganz besonders zu linken Gruppen, AusländerInnen, Umweltproblemen, der Medienwelt, zu den Bereichen Arbeit, Bildung, Geschichte und Politik, zu spezifischen Brennpunkten anderer Länder aber auch zu Welt umspannenden Konflikten. Über 200 Bücher warten auf neugierige Leser, ebenso wie die mehr als 50 Einzelfallsammlungen und Dossiers zu ausgesuchten Schwerpunkten. Wir sammeln selbstverständlich auch elektronisch: 950 E-mails und ein halbes Dutzend Newsletter zu den aktuellsten Themen und Kontroversen, sowie eine rasch wachsende Anzahl von Zeitungs- und Zeitschriftenartikeln zu verschiedenen Themen tummeln sich auf unserem Festplatten-Archiv. Auch eine kleine audiovisuelle Mediathek ist im Aufbau: 25 Video- und etwas mehr Audio-Kassetten/CD´s können wir derzeit anbieten, z.B. von Videogruppen und Freien Radios.

 

 

Kein Risiko beim Suchen im Material-Dschungel


Die Kosten werden bei jedem Dokumentationsauftrag individuell ausgemacht. Als Annäherungswert gilt 20,- Euro für eine Stunde archivarischer Bemühung, hinzu kommt der Sachaufwand für Kopien, Ausdrucke, Fahrten etc. Der Kostenvoranschlag ist ein festes Maximum für die AuftraggeberInnen, denn der Zeitaufwand kann im Vorfeld bestenfalls grob geschätzt werden. Dabei zapfen wir nicht nur das eigene Archiv an. Wir arbeiten eng mit dem ID-Archiv im Internationalen Institut für Sozialgeschichte in Amsterdam zusammen, und kramen auch in anderen privaten und öffentlichen Archiven, mit denen wir regelmäßig kooperieren – selbstverständlich unter Wahrung aller einschlägigen UrheberInnenrechte, wozu sich auch die AuftraggeberInnen verpflichten.

 

 

Dokumentarische Recherche: nicht mechanisch, sondern sinnvoll

 

Für dieses Angebot zu kulturellen/gemeinnützigen/alternativen Zwecken haben wir ein paar Grundsätze:

1) Wir versuchen, den Bedürfnissen der Einzelnen gerecht zu werden und sträuben uns gegen standardisierte Abfertigungen.

2) Wir bunkern nicht möglich viel Material im eigenen Haus, sondern konzentrieren uns auf einen Grundstock und das aktuell benötigte Material. Stattdessen hilft uns die Zusammenarbeit mit anderen Archiven, unser eigenes zu ergänzen.

3) Wir arbeiten möglichst oft interdisziplinär, d.h. mit gedrucktem, audio-visuellem und elektronischem Material.

4) Wir nehmen keine Aufträge an, mit denen wir uns nicht identifizieren können, und keine Aufträge ohne zugesicherte Rückmeldung.

5) In einzelnen Ausnahmefällen, wo der Verwendungszweck besonders unterstützenswert und die Auftraggebenden besonders knapp an Mitteln, lässt sich über eine weitere Reduzierung nachdenken: die Auftraggebenden oder wir sprechen dann SpenderInnen an, um den nötigen Betrag zusammenzukriegen.

 

Einige Beispiele aus den letzten Jahren:

  • Eine Soziologie-Professorin stellt einen Forschungs-Antrag zum Thema rechtsextremistische Gewalt. Die Dokumentation (Presse, darunter inoffizielle und nicht im Internet auftauchende Print-Artikel, außerdem audiovisuelles Material) kann ihr Institut nicht selbst machen. Wir konnten die Recherche zusagen, unterstützt durch unser laufendes Universitäts-Seminar über Rechtsextremismus und angegriffene Gruppen im Internet“.
  • Anfrage eines Redakteurs aus dem Berliner „Tagesspiegel“: Könnt ihr Dokumente für oder gegen eine Stasi-Tätigkeit von Günther Wallraff, insbesondere aus seinen „konkret“-Mitarbeits-Zeiten, ausfindig machen ? Wir konnten – trotz des Umstands, dass aus diesen Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wenig digitalisiert ist, dass zusätzlich die alten „konkret“-Nummern in manchen Bibliotheken wegen der Pinup-Girls sehr dezimiert sind, und schließlich die vorgefundenen Artikel einiger Erläuterung bezüglich der zeitgeschichtlichen Umstände bedurften.
  • Bitte eines Redakteurs der „Elbe-Jeetzel-Zeitung“, publizistischer Erzengel des Anti-Atom-Kampfes um Gorleben: Könnt Ihr meine Arbeiten zum Tod der RAF-Gefangenen in Stuttgart-Stammheim 1977, zum Bauernaufstand gegen die Mercedes-Teststrecke in Boxberg im fränkischen Taubertal und später gegen das atomare Endlager in Gorleben zusammenstellen ? Wir kümmerten uns um lückenhafte Archivbestände und noch längst nicht eingescannte Texte, und jetzt verfügt der verdiente Kollege endlich über ein (fast) komplettes Archiv seiner bewegten Lebensarbeiten.
  • Großer Arbeitskampf bei Opel 2004; Frage der „Berliner Zeitung“: was machte die Gruppe, aus der Joschka Fischer kam, in den 1970er Jahren bei Opel in Rüsselsheim ? Wir gruben vervielfältigte, teils schon verbleichende Dokumente aus Zeitzeugen-Privatarchiven aus, stellten sie mit den öffentlich zugänglichen Beständen zusammen, und verhalfen dem Blatt zu einer spannenden Seite im Magazinteil.
  • Eine Autorin rief an: könnt ihr Dokumente zusammenstellen, aus denen über Gewaltbereitschaft oder Gewalteindämmung in Bundesaußenminister Fischers früheren Jahren etwas Klares zu entnehmen ist ? Wir tauchten in verschiedenste Archive ein, sorgten per Interview für einen verantwortungsvollen Umgang mit den Dokumenten – die Autorin hatte den Durchblick. Dass sie ihr Buch dann doch nicht veröffentlichte, hat andere Gründe. Politische natürlich …

 

Diana Dartsch (2001) / Jürgen Adam, Richard Herding (03/06)
Igor Kowalewski (04) / Yvonne Niehoff (06)