Gegen das Halbe Wissen !!

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"Darüber wird in den Medien nicht berichtet“ ist zur Zeit ein -zumindest im Internet- häufig gehörter und gelesener Satz. Sowohl Islamfürchter wie Sarazin und Broder führen ihn im Munde (oder besser in der Tastatur) als auch die „Truther“, Esoteriker und andere Weltverschwörungstheoretiker. Nach meiner Meinung haben sie Unrecht, denn es wird im Gegenteil sehr viel über sie geschrieben.

 

Auch ist es natürlich wichtig -und es wird immer wichtiger- Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden.

 

Dieses vorweg genommen, ist es wichtig zu sehen, dass es immer noch Themen gibt, die in der Informationsflut untergehen und/oder nicht wahr genommen werden. Um diese Themen kümmert sich seit 1997 die Initiative Nachrichtenaufklärung. Sie lässt auf Anregung von StudentInnen eine Jury jedes Jahr eine Top Ten-Liste erstellen, in der sie auf die unterschätzten Themen des Jahres hinweist.

 

Author

Björn Malte Langneff

Einleitung:

 

Darüber wird in den Medien nicht berichtet“ ist zur Zeit ein -zumindest im Internet- häufig gehörter und gelesener Satz. Sowohl Islamfürchter wie Sarazin und Broder führen ihn im Munde (oder besser in der Tastatur) als auch die „Truther“, Esoteriker und andere Weltverschwörungstheoretiker. Nach meiner Meinung haben die einen Unrecht, denn es wird im Gegenteil sehr viel über sie geschrieben, und die anderen schaffen sich genug Platz im Netz als das sie in den „Medien“ noch mehr drankommen sollten. Auch ist es natürlich wichtig-und es wird immer wichtiger- wichtiges von unwichtigem zu unterscheiden.

 

Dieses Vorweg genommen ist es wichtig zu sehen das es immer noch Themen gibt die in der Informationsflut untergehen und/oder nicht war genommen werden. Um diese Themen kümmert sich seit 1997 die Initiative Nachrichtenaufklärung. Sie lässt auf Anregung von Studenten eine Jury jedes Jahr eine Top Ten- Liste erstellen in der sie auf die unterschätzten Themen des Jahres hinweist.

 

Diese Themen sind immer vielfältig, das liegt in der Natur der Sache. In den vergangenen Jahren waren dies z.B. Nachrichtenlose Konten aus Afrika (1997), Altersarmut (1999) oder das Schicksal der Sahrauis (2006).

 

 

Vorbild für die Ina ist das Projekt Censored aus den USA und F.A.I.R. Hinweisen in eigener Sache möchte ich natürlich auf die Initiative: für kritische Medienpraxis, die ja auch schon eine weile sich dafür einsetzt das über anderes geredet und berichtet wird. (Und vor allem anders berichtet.)

 

Fangen wir also an und sehen was im Jahr 2011 nicht da war.

 

 

2. Die Themen.

 

Bankenrettung ohne wirksame parlamentarische Kontrolle

 

Das Thema Bankenrettung und/oder Finanzkrise ist ganz bestimmt kein unter-berichtetes. Kaum ein Tag vergeht ohne eine neue Botschaft des Schreckens. (Jetzt soll auch noch Deutschland heruntergestuft werden. Buhuu.) Aber ähnlich wie kaum über Rüstungsexporte berichtet wird. (Zuwachsraten von 50%) so wird auch nicht darüber berichtet wer eigentlich diese Bankenrettung kontrolliert.

Das Geld des sogenannten Sonderfond Bankenrettung wird von drei Experten vergeben die von sechs Experten kontrolliert werden. Die neun Parlamentarier die eingesetzt wurden dürfen noch nicht einmal die original Dokumente sehen sondern müssen nur „informiert“ werden. (Was immer das heißen mag.) Wir sprechen hier wohlgemerkt von 480 Milliarden Euro!

 

Nur am Anfang der Maßnahmen wurde darüber berichtet. (Spiegel etc.)

Das alles verstößt wahrscheinlich gegen das Haushaltsgesetz und damit gegen das Grundgesetz.

 

Schadstoffbelastung an Schulen in NRW

 

Klingt regional begrenzt, aber man muss bedenken das NRW das am dichtesten besiedelte Bundesland der BRD ist. Und es ist zu fragen ob es dieses Problem auch in anderen Bundesländern gibt. Es sind allerdings dafür die Kommunen zuständig und so wird das Problem als „Einzelfall“ gesehen. Hunderte von Einzelfällen? Dementsprechend fiel die Berichterstattung auch aus. Einzelne „Skandale“. Liest sich wohl besser, hilft aber nichts. (Das ist übrigens längst kein BILD Problem mehr)

 

Militärforschung an deutschen Universitäten

 

Das Bundesverteidigungsministerium finanziert Forschungsprojekte im Umfang von rund einer Milliarde Euro im Jahr.

Vereinzelt protestieren dagegen studentische Organisationen und einige Unis haben auch schon in ihren Statuten festgeschrieben, das sie keine Militärforschung betreiben.

Wieder ist das Problem, das zwar Einzelfälle skandalisiert werden, aber die überregionale Bedeutung nicht ausreichend gewürdigt wird und auch als solchen in den Medien auftauchen.

So haben zum Beispiel allein die Institute der Fraunhofer Gesellschaft in Baden-Württemberg und NRW von 2000 bis 2007 etwa 240 Millionen Euro Fördergeld vom Verteidigungsministerium bekommen. Diese Empfänger sind so genannte An-Institute, die eng mit Universitäten kooperieren. Insgesamt beträgt der Forschungsetat des Verteidigungsministeriums im Jahr 2011 gut 900 Millionen Euro, im Jahr 2010 lag er bei mehr als 1,1 Milliarden Euro.“

(Quelle Ina)

Da das Geld im Zweifelsfall dafür ausgegeben wird Menschen zu töten, ist-und das ist auch meine Meinung- Transparenz dringend angebracht!

 

Grundrecht auf Gesundheit – nicht für alle

 

Die Grundversorgung, z.B. für chronisch Kranke, ist nicht gesichert. Zumindest wenn du einer von 90.000 Menschen mit einer Duldung oder einer von mehr als 35.000 Asylsuchenden bist. Von den sich „illegal“ aufhaltenden in diesem Land ganz zu schweigen. Altes Thema: Von diesen Menschen wird nicht berichtet. Die Einhaltung der Menschenrechte wird nicht thematisiert. (Statdessen wird über Kopftuchmädchen und Ehrenmorde diskutiert.)

Obwohl die Bundesregierung im November 2010 bereits eingestanden hat, dass die Leistungen nach AsylbLG gegen das Grundrecht auf ein menschenwürdiges Existenzminimum verstoßen, hat sie bisher keinerlei Aktivität gezeigt, um das Gesetz zu ändern.

(Quelle Ina)

 

Ärztliche Versorgung in Altenheimen mangelhaft

In Deutschland leben über 700.000 Menschen in Alten- oder Pflegeheimen. Tendenz steigend. Die Versorgung der dieser Menschen ist katastrophal.Das hat mit mangelnder Absprache zu tun aber auch mit mangelnder Entlohnung der Ärzte. (Sie bekommen ca. 5.40 für einen Besuch)

Neuregelungen sind in Arbeit sind aber zu zögerlich und man wird abwarten müssen ob und wie sie funktionieren.

 

 

Der vergessene Krieg im Kaukasus

 

Das ist ein gutes Beispiel für ein Thema mit dem man über Wochen und Monaten regelrecht zugeschüttet wird bis es niemand mehr lesen will. Folge: Kurzfristige Panik kaum wirkliche Information und dann Übersättigung.

Fakt ist: Noch immer wird gewarnt vor Reisen in die Region, noch immer verüben sowohl die Regierung als auch terroristische Kräfte Menschenrechtsverletzungen und keiner will es wissen.

 

Doping im Fußball

 

Ja, auch beim Fußball gibt es Doping. Anders als beim Radsport und in der Leichtathletik wird aber nicht drüber berichtet. Zumindest systematisch. Wieder gibt es viele Einzelfälle. Und das bei einem so systemrelevanten Thema wie Fußball. Schließlich ist der DFB der größte Sportverein der Welt.

 

Alternative Geldsysteme

 

Hier stellt sich die Frage ob sich dabei „nur“ um „provinzielle“ Weltverbesserungideen handelt, oder ob sich, ganz im Gegenteil, die Idee dahinter verbirgt, „kommunitaristisch“ zu denken und handeln zu können.

 

Noceboeffect

 

Beim Nocebo-Effekt (von lat. nocebo – „ich werde schaden”) erwartet der Betroffene eine Verschlechterung seines gesundheitlichen Zustandes, welche dann auch eintritt. Er ist das Gegenstück des Placebo-Effekts, bei dem eine Besserung erwartet wird und eintritt. Beispiel für einen Placebo: Ich nehme eine Kopfschmerztablette und schon nach zehn Minuten bin ich schmerzfrei, obwohl der Wirkstoff erst nach einer halben Stunden tatsächlich wirksam wird.

Der Nocebo ist ein fast schon alltägliches Phänomen: Wer die Packungsbeilage liest, ein Gespräch mit Arzt oder Apotheker über Nebenwirkungen führt oder in den Medien über eine neue Erkältungswelle hört, kann schnell betroffen sein. Auch im Bereich der Vorsorge wiegt der Nocebo-Effekt schwer. So kann allein die Aussage „Sie haben ein erhöhtes Alzheimerrisiko“ Stress auslösen und krank machen. Hirnforscher meinen den Grund dafür zu kennen: Negative Erwartungen („Von der Chemo wird mir übel”, „Im Packungszettel steht, ich könne Kopfschmerzen bekommen”, „Die Grippewelle erreicht jetzt auch meine Heimatstadt”) dämpften die Ausschüttung des Glückshormons Dopamin im Gehirn. Ein anderes Beispiel aus der Medizin sind Berichte von Krebspatienten, die bereits vor Beginn der Chemotherapie Symptome wie Übelkeit und Schwindel erfahren.

(Quelle Ina)

 

Gerade in einer Medienlandschaft in der das Phänomen „Homöopathie“ ernsthaft diskutiert und über den Placeboeffect Wunderdinge verbreitet ist es seltsam das ein solches Phänomen ausgespart wird.

 

Die Misere der Erfinder in Deutschland

 

In großen Unternehmen legen oft die Patentabteilungen eigenständig die Bezahlung für die jeweilige Erfindung fest. Ist der Arbeitnehmererfinder damit nicht zufrieden, muss er Einspruch erheben und sich an die Schiedsstelle im Patentamt richten, die versucht zu schlichten. Wie hoch die Bezahlung für Arbeitnehmererfindungen konkret sein muss, ist im Gesetz nicht festgelegt. Es gibt für den privaten Dienst lediglich eine nicht verbindliche Richtlinie. Mit einem komplizierten Rechenkonstrukt kann man anhand dieser die „wünschenswerten“ Honorierungen für Arbeitnehmererfindungen berechnen. Ein Beispiel aus der chemischen Industrie: Laut der Richtlinie würde der Arbeitnehmer für eine Erfindung, die seinem Unternehmen jährlich 400.000 Euro Umsatz einbringen würde, selbst pro Jahr 1.800 Euro bekommen, also gerade einmal 0,45 Prozent vom Umsatz. In Anbetracht dessen, dass dies ein „wünschenswerter“ und unverbindlicher Richtwert für Unternehmen ist, muss befürchtet werden, dass in der Realität geringere Bonuszahlungen fließen.

(Quelle INa)