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Presseerklärung Berlichingen 12

Vom 11. September 2016. Autor Bündnis Zwangsräumungen verhindern

Pressemitteilung // Berlin, 7.9.2016

Die Bewohner der Berlichingenstr. 12 erhalten Räumungsklage und müssen um ihr Wohnrecht bangen!


Nachdem die Eigentümer der Berlichingenstr. 12 seit Monaten jedes Gesprächsangebot des Bezirkes unbeantwortet ließen, kommt nun Bewegung in die Sache.

Zur Erinnerung: Dem Gästehaus Moabit, der Betreiber des Wohnungslosenheims in der Berlichingenstr. 12, wurde zum 1. Februar gekündigt. Mit der Gikon, auch einem Betreiber von Wohnungslosen- und Geflüchtetenheimen, schloss der Eigentümer einen neuen Vertrag zu einer dreifach höheren Miete. Hintergrund war die Tatsache, dass das „Geschäft mit der Flucht“ weitaus mehr Profite verspricht, als das „Geschäft mit der Armut“.

Aber die ehemals wohnungslosen Männer, die mit einem Zimmer pro Person geradezu „idylische“ Verhältnisse hatten, wollten sich nicht wieder auf die Straße werfen lassen. Zusammen mit dem Bündnis Zwangsräumung verhindern und Nachbar*innen aus Moabit machten sie das Geschäftsgebahren des Eigentümers öffentlich, besuchten die Jahresversammlung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes und übergaben einen offenen Brief an Sozialsenator Czaja. Mit großer politischer Unterstützung wurde aus dem „Geschäft mit der Flucht“ nichts. Die Männer blieben einfach wohnen. Rechtlich scheinbar unklar stellt sich in diesem Zusammenhang das Wohnrecht der Bewohner dar. Das wird nun ein Gericht klären müssen. Die Bewohner haben letzte Woche Räumungsklagen zugestellt bekommen. Sie haben Widerspruch eingelegt und werden durch den Anwalt Solf vertreten.

Nach monatelangem Stillstand war nun auch die Gikon zu einem Gespräch mit dem Bezirk bereit, versicherte aber bereits, dass sie den Männern im Hause keine weitere Perspektive liefern würden. Es ist zu befürchten, dass sie aus oben genannten Profitgründen die Ein-Personen-Zimmer für mehrere Personen ausstatten werden.

Für die 22,50 EURO pro Nacht, die von Amts wegen an Betreiber gezahlt werden, könnten selbst im Innenstadtbereich 1-Zimmer-Wohnungen locker angemietet werden. Da steckt dann wohl ein anderes politisches Kalkül dahinter, Wohnungslose aus den Innenstadtbezirken fern halten zu wollen.

Das Bündnis Zwangsräumung verhindern fordert darum die Politiker im Wahlkampf dazu auf:
- menschenwürdigen Wohnraum auch für Wohnungslose zu ermöglichen und
- wenigstens eine 1-Personen-Zimmer- Belegung in Wohnungslosenheimen festzulegen und
- für die Männer der Berlichingenstraße 12 das Wohnrecht zu sichern.

Es braucht prinzipiell preiswerten Wohnraum und keine weiteren Betreiber von Geflüchteten- und Wohnungslosenheimen. Die aktuelle Architekturbiennale in Venedig hat zahlreiche Beispiele von selbstorganisierten Musterbauten, die von Architekten, Aktivisten und Geflüchteten gemeinsam gestaltet wurden, ausgestellt. Was fehlt, ist der politische Wille in dieser Stadt nicht nur mit dem Thema „Wohnen“ in die Wahlwerbung zu gehen, sondern sich auch politisch darauf einzulassen.

Sara Walther vom Bündnis Zwangsräumungen verhindern sagt dazu: „In einer Gesellschaft, in der an Armut und Flucht viel Geld verdient wird, müssen wenigstens die parlamentarischen Kontrollen einsetzen. Noch besser wäre, das Menschenrecht auf Wohnen ernst zu nehmen, dann hätte es niemand nötig die Rassismuskarte zu ziehen.“

Zum Termin der Gerichtsverhandlung wird rechtzeitig öffentlich eingeladen.


Bündnis Zwangsräumung Verhindern

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Pressekontakt:
David Schuster, Sara Walther

Presseerklärung der Berlichingenstraße 12 Berlin - Moabit

Vom 17. Juni 2016. Autor ID,Bündnis Zwangsräumungen verhindern,Refo Berlin,Wem gehört Moabit,Runder Tisch gegen Gentrifizierung

Wohnprojekt
Berlichingenstraße 12
Moabit


An die Redaktionen
Berlin, Politik



Berlin, 16. Juni 2016



Presseerklärung: Besitzer droht Bewohnern der Berlichingen 12 mit Räumung


Trotz aller Bemühungen um eine Zukunft für das Wohnungslosenprojekt in der
Berlichingenstraße 12 in Berlin-Moabit, haben die Besitzer, die Herren Bialek,
Koralewski, Korenzecher, nun eine Räumungsklage angedroht. In einem Brief der
Rechtsanwaltskanzlei Eilbrecht wurden die Bewohner, die das Haus in
Selbstverwaltung weiterführen, aufgefordert, die Räume bis zum 22. Juni zu
verlassen und der Hausverwaltung Berolina GmbH zu übergeben. Sollten die 12
Bewohner dem nicht nachkommen, werde Räumungsklage eingereicht.

„Wir werden nicht gehen“, kündigten die Bewohner an. „Bei der momentanen
Konkurrenz auf dem Wohnungsmarkt um die preiswerten Wohnungen, die in Berlin
Mangelware sind, haben wir keine annehmbare Alternative.“ Unterstützt von
Initiativen, Nachbar_innen und Bezirksstadtrat Stephan von Dassel wollen die
Bewohner das Haus in Selbstverwaltung weiterführen. Dazu gibt es Gespräche mit
möglichen Trägerorganisationen. Die Eigentümer haben bisher jeden Dialog
verweigert.

„Hier geht es darum auf Kosten der Armen Profite zu machen“, erklärte eine der
Unterstützer_innen. „Dass die Menschen nach einer Räumung direkt auf der Straße
landen, ist den Eigentümern gleichgültig. Der Tanz ums goldene Kalb, bringt den
einen goldene Schüsseln, den anderen eine leere Plastikschale und ein Lager auf
freier Straße oder freiem Feld.“

Bewohner und Unterstützer_innen der Berlichingenstraße 12
Bündnis Zwangsräumung Verhindern
Informationsdienst: für kritische Medienpraxis
Runder Tisch gegen Gentrifizierung Moabit
Refo Berlin
Wem gehört Moabit

Kontakt: Bündnis Zwangsräumung Verhindern
David Schuster, Sara Walther
0176 – 92810634
ID: kritik@idmedienpraxis.de
Wem gehört Moabit: kontakt@wem-gehoert-moabit.de

Der Amtsschimmel des Jobcenter Mitte hat gewiehert.

Verfasst von Petra Leischen am 14. Juni 2016.

Das Jobcenter Berlin - Mitte hat den Antrag auf FAV des Informationsdienstes:Für kritische Medienpraxis für mich abgelehnt. Ich hätte als Sozialwissenschaftlerin arbeiten können. Ich bin körperbehindert und Langzeitarbeitslos, Frau, Arbeiterkind und über 50ig. Die Begründung: Nach pflichtgemäßem Prüfen des Vorliegens dieser individuellen Minderleistungen anhand der von ihnen eingereichten Tätigkeitsbeschreibung ist keine konkrete Minderleistung zu erkennen, die eine Förderung nach §16e SGBII rechtfertigt. Dabei ist eine FAV eine der wenigen Möglichkeiten nach langer Krankheit wieder in diesem Bereich zu arbeiten.

Seminar: freie Kooperation nach Christoph Spehr

Vom 17. Oktober 2015. Autor Petra LeischenSeminarankündigung Informationsdienst: für kritische Medienpraxis Greifswalder Straße 4 10405 Berlin Mail: kritik@idmedienpraxis.de Liebe Kollegen und Kolleginnen, liebe Freundinnen und Freunde, wir, der Informationsdienst: für kritische Medienpraxis bieten ein Seminar "Freie Kooperation nach Christoph Spehr" im Herbst/Winter 2016 an. Gewöhnt sind wir in der Regel an unfreiwillige Kooperation, in Arbeits- und Ausbildungsver-hältnissen, oft auch in Beziehungen. Alte Denkgewohnheiten richten uns darauf ab, in einer Gesellschaft, in der fast alles zur Ware geworden ist, einschließlich unserer selbst, zu funktionieren. Der Text von Christoph Spehr bricht mit dieser Logik und eröffnet die Perspektive Beziehungen jeder Art neu zu gestalten. In einem Seminar mit Lektüre, Diskussionen, Vorträgen, wollen wir uns einerseits den Text, andererseits Wege einer neuen Praxis der freiwilligen Kooperation erschließen. Unser erstes Treffen findet am 22.Oktober um 19.00 im kleinen Seminarraum R1 neben dem Robert Havemann Saal im Haus der Demokratie und Menschenrechte statt. Dr. Richard Herding wird in einem Vortrag eine mögliche Deutung des Textes anbieten. - "Gesellschaftliche Transformation versus gewaltsame Revolution ( z.B. die Oktoberrevolution in Rußland von 1917) Bitte meldet euch per Mail an, damit wir wissen, mit wie vielen Teilnehmern und Teilnehmerinnen wir rechnen können. mit freundlichen Grüßen Petra Leischen, Richard Herding, Sven Bremer

Seminarankündigung

Informationsdienst: für kritische Medienpraxis
Greifswalder Straße 4
10405 Berlin
Mail: kritik@idmedienpraxis.de

Liebe Kollegen und Kolleginnen, liebe Freundinnen und Freunde,
wir, der Informationsdienst: für kritische Medienpraxis bieten ein Seminar "Freie Kooperation nach Christoph Spehr" im Herbst/Winter 2016 an.

Gewöhnt sind wir in der Regel an unfreiwillige Kooperation, in Arbeits- und Ausbildungsver-hältnissen, oft auch in Beziehungen. Alte Denkgewohnheiten richten uns darauf ab, in einer Gesellschaft, in der fast alles zur Ware geworden ist, einschließlich unserer selbst, zu funktionieren. Der Text von Christoph Spehr bricht mit dieser Logik und eröffnet die Perspektive Beziehungen jeder Art neu zu gestalten.

In einem Seminar mit Lektüre, Diskussionen, Vorträgen, wollen wir uns einerseits den Text, andererseits Wege einer neuen Praxis der freiwilligen Kooperation erschließen.

Wir treffen uns Donnerstags um 18.00 im Haus der Demokratie in Raum 0103

Dr. Richard Herding hat in einem Vortrag eine mögliche Deutung des Textes angeboten.
- "Gesellschaftliche Transformation versus gewaltsame Revolution ( z.B. die Oktoberrevolution in Rußland von 1917)

Wir haben im folgenden die Einleitung des Spehrtextes mit unseren eigenen Erziehungserfahrungen verglichen und begonnen freiwillige und unfreiwillige Kooperation zu verstehen.

Gegen Obdachlosigkeit von Flüchtlingen

Vom 6. Oktober 2015. Autor Flüchtlingsrat Berlin
Flüchtlingsrat Berlin

Gegen Obdachlosigkeit - Versorgung, Krankenscheine und Unterbringung von Flüchtlingen per Eilantrag bei Gericht durchsetzen!

Liebe Freundinnen und Freunde,

wenn asylsuchende Menschen mit Hostelgutschein obdachlos sind, können sie bei Gericht einen Eilantrag ("Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung") einreichen, um die zuständige Aufnahmebehörde (in Berlin das LAGeSo) verpflichten zu lassen, nach ASOG und AsylbLG eine konkrete Unterkunft zuzuweisen und die Kosten dafür zu übernehmen.

Per Eilantrag können auch die Leistungen für den Lebensunterhalt (Taschengeld oder Regelsatz), ggf eilbedürftige Krankenhilfe sowie evtl. auch der Berlinpass durchgesetzt werden. Das gilt auch bei dem Problem, wenn eine Wartenummer ausgegeben wurde, die aber seit Tagen nicht aufgerufen wird und die Leute völlig mittellos jeden Tag beim LAGeSo auf die Nummer warten.

Per Eilantrag kann die Verpflichtung der Behörde zur Gewährung der Grundleistungsbeträge nach § 3 AsylbLG (Taschengeld bzw. Barbetrag für den persönlichen Bedarf nach § 3 Abs 1 AsylbLG = 143 Euro/Monat, wenn bereits Vollverpflegung gewährt wird; Regelleistung nach § 3 Abs 1 und 2 AsylbLG = 359 Euro/Monat, wenn auch Verpflegung noch nicht gewährt wird) beantragt werden.

Für Haushaltsangehörige sind die Beträge jeweils etwas geringer, siehe dazu hier
http://www.fluechtlingsinfo-berlin.de/…/as…/AsylbLG_kurz.pdf

Ebenfalls sollte per Eilantrag die Verpflichtung der Behörde zur Hilfe im Krankheitsfall beantragt werden (Krankenschein). Für den Krankenschein muss dargelegt werden, welche Krankheitssymptome bestehen. Hilfreich ist ggf. eine Bescheinigung ehrenamtlicher Notfallärzte oder der Caritas am LAGeSo mit Hinweis auf die Diagnose, und dass eine Behandlung dringend und unaufschiebbar erforderlich, aber mit den Mitteln des Ehrenamtes und der Erste-Hilfe-Stelle am LAGeSo bzw. im Wohnheim keinesfalls leistbar ist.

Im Antrag muss dargelegt werden, was die Person unternommen hat, um die Leistungen (zB einen Schlafplatz, zB den Krankenschein, das Taschengeld ) zu bekommen, wann und wie oft er/sie beim LAGeSo vorgesprochen hat, bei wie vielen Hostels er/sie angefragt hat, dass er/sie obdachlos ist, dass die ggf. zusätzlich zum Hostelgutschein nur gezahlten 6 Euro am Tag nicht ausreichen für Essen usw. (Anpassung je nach Sachlage.).

Vor dem Eilantrag sollte möglichst auch ein schriftlicher Antrag auf die genannten Leistungen per FAX ans LAGeSo geschickt werden, siehe dazu die Anlage. Eine Kopie des Antrags und ggf. die Faxquittung sollte dem Eilantrag beigefügt werden. Zudem muss versichert werden, dass der/die Antragsteller völlig mittellos ist (kein Einkommen, kein Vermögen).

Faxnummern LAGeSo:
90229-3098 (ZAA), -3099 (ZLA), - 3094 (Sozialdienst), -3092 (Abteilungsleitung), -1099 (Behördenleitung)

Wenn es um unbegleitete Minderjährige (UMF) geht, ist für den Eilantrag das Verwaltungsgericht Berlin zuständig, da dann die Unterkunft, Krankenscheine bzw. Krankenversichertenkarte und Leistungen für den Lebensunterhalt (Taschengeld oder Regelsatz) Leistungen nach §§ 39 und 40 SGB VIII, ggf. in Verbindung mit § 42 SGB VIII (Inobhutnahme) sind (SGB VIII = Kinder- und Jugendhilfegesetz).
Die Höhe des Regelbedarfs bzw. Taschengeldes nach § 39 SGB VIII entspricht mindestens den Leistungen nach § 3 AsylbLG. Der Eilantrag richtet sich dann gegen das Land Berlin, vertreten durch die Senatsverwaltung für Jugend, Bildung und Wissenschaft, hilfsweise gegen die nach Auffassung des Gerichts zuständige Dienststelle des Landes Berlin.

Faxnummer SenBJW:
90227-5004, -5026

Beim Verwaltungsgericht Berlin kann per Eilantrag auch die förmlichen Einleitung des Asylverfahrens durch das BAMF erzwungen werden, hierzu empfehlen wir die Hinzuziehung einer Beratungsstelle oder Anwältin.

Der Erfahrung nach weist das LAGeSo einen Wohnheimplatz zu, sobald es vom Sozialgericht zur Stellungnahme aufgefordert wird.

Das Verfahren ist in allen genannten Fällen gerichtskostenfrei und auch ohne Anwalt möglich. Der Eilantrag bei Gericht kann schriftlich (per Fax, in Papierform nachreichen!) oder aber persönlich bei der Rechtsantragstelle zu Protokoll gegeben werden.

Wichtig ist eine Absenderadresse auf dem Eilantrag, an welche die Antwort des Gerichts geschickt/gefaxt werden kann.
Auch vollständige Namen, Staatsangehörigkeit und Herkunftsland sowie Geburtsdatum des/der Antragssteller müssen als Absender des Eilantrags angegeben werden.

Ein Anleitung zur Durchsetzung der Rechtsansprüche von Flüchtlingen auf Unterkunft und Versorgung, sowie ein Muster für einen Eilantrag beim Sozial-/Verwaltungsgericht findet Ihr hier:
http://www.fluechtlingsinfo-berlin.de/…/…/Antragstellung.pdf

Hier ein Musterantrag auf Sozialleistungen für das FAX:
http://www.fluechtlingsinfo-berlin.de/…/Antrag_auf_Sozialhi…

Hier ein Beispielsfall Eilantrag ans Sozialgericht Berlin auf Zuweisung einer Unterkunft wg. wertlosem LAGeSo-Hostelgutschein, das LAGeSo hat daraufhin (weil die Antragstelle r offensichtlich im Recht waren) sofort eine Unterkunft zugewiesen, damit hatte sich der Rechtstreit erledigt und das Gericht musste nicht mehr entscheiden.
http://www.fluechtlingsinfo-berlin.de/…/Bsp_Eilantrag_wg_Ho…

Die Adressen der Gerichte:
Sozialgericht Berlin
Invalidenstraße 52
10557 Berlin
vorab per Fax: 030 39748630 (wenn möglich)
Rechtsantragsstelle Mo - Do 9 - 14, Fr 9 - 13
https://www.berlin.de/…/sozialg…/service/rechtsantragstelle/

Verwaltungsgericht Berlin
Kirchstr. 7
10557 Berlin
vorab per Fax: 030 9014 - 8790 (wenn möglich)
Rechtsantragsstelle Mo - Fr 9 - 13
https://www.berlin.de/…/rechtsantr…/rechtsantragsstelle.html


Wir freuen uns sehr über eure Rückmeldungen, ob die Eilanträge Erfolg haben und generell zu dem Thema "Verweigerte Asylaufnahme durch das LAGeSo und das BAMF".

Wichtig: Der Flüchtlingsrat ist keine Beratungsstelle und bietet keine Beratung bei der Antragstellung an!!!

Bitte wendet Euch insoweit ggf. an eine Flüchtlingsberatungsstelle:

http://www.fluechtlingsinfo-berlin.de/…/asylberatunginfobla…

Viele Grüße
das Team des Flüchtlingsrats Berlin


Flüchtlingsrat Berlin e.V.
Georgenkirchstr. 69-70, 10249 Berlin
Tel: 030/24344 5762, Fax: - 5763
www.fluechtlingsrat-berlin.de

Winfried Wolf(Lunapark) zu Griechenland

Vom 6. Oktober 2015. Autor Winfried Wolf

http://www.perspektive.nostate.net/files/griechenland_2015_winfried_wolf.mp3

Ein vermeidbarer Tod Erinnerung an ULLI

Vom 1. Oktober 2015. Autor Petra Leischen

 

"Erinnerung an Ulli S." von Petra Leischen ist, nach dem traurigen aktuellen
Anlass, Teil des geplanten Berichts "Armut in Moabit".
In dem für 2015/2016 vorgesehenen Buch soll über einen Berliner Innenstadt-Bezirk
berichtet werden, der vom Armuts-Problem stark betroffen ist, in dem sich aber
auch Betroffenen-Initiativen gegen die sogenannte Agenda 2010 ("Hartz IV") und
gegen die Gentrifizierung zusammengetan habn. Der Bericht lehnt sich an die
Betroffenen-Sicht und an wissenschaftliche Unterlagen zum Armuts-Thema an.
Äußerungen von AktivistInnen werden zentrale Bedeutung haben.)

 

Ein vermeidbarer Tod Erinnerung an Ulli S.

 

 

Ulli S. hatte einige Jahre im Berliner Bezirk Moabit in der Rostocker Straße gelebt. Er war Koch. Unsere erste Begegnung fand im Frühsommer 2006 in einer Speisegaststätte in der Wriclefstraße/Beusselstraße statt. Es gab recht gutes Essen deutscher Art mit nordrhein – westfälischem Einschlag. Und das zu moderaten Preisen, die auch von Moabiter ArbeiterInnen und Erwerbslosen bezahlt werden konnte. Ulli kochte. Seine damalige Lebensgefährtin war die Inhaberin der Kneipe. Sie zapfte, bediente, und leider machte sie auch die Buchhaltung. Der Laden lief schlecht, ging in Konkurs. Die Beziehung ging in die Brüche und Ulli zum Jobcenter.

 

Ein kochendes Arbeiterkind aus Essen hielt das nicht lange aus. Da die Löhne in der Gastronomie in astronomische Tiefen kletterten, kochte Ulli im feinen Zehlendorf und erhielt ergänzend Hartz IV. Überstunden und Extraarbeiten allerdings wurden dem Jobcenter nicht mitgeteilt. Er ahnte wohl, dass das auch eine Agentur des Feindes war.

 

Ende 2008, Ulli wollte mit Freundinnen nach Mallorca, sagte er plötzlich seinen Anteil am Urlaub ab.Ich hatte ihn besucht und erfuhr, dass seine Blutwerte schlecht waren und er erst einmal auf die Untersuchungsergebnisse warten musste. Einige Tage später dann: die Krankschreibung! Zuerst einmal eine lange Krankschreibung, dann folgte die betriebsbedingte Kündigung.

 

Ulli war nun chronisch krank und berufsunfähig. Er musste Medikamente dauerhaft einnehmen. Die Zuzahlung strapazierte sein knappes Budget. Sein Antrag auf Mehrbedarf wegen seiner Diabetes II wurde vom Jobcenter abgelehnt. Begründung: Die Diabetes II sei durch Fehlernährung selbst verschuldet. Ulli ging vor Gericht. Das Jobcenter in die Berufung. Die Entscheidung der letzten Instanz erlebte Ulli nicht mehr.

 

Die Wohnung, in der Ulli zuerst lebte, war von Schwarzschimmel befallen. Das Jobcenter genehmigte den Umzug in eine geeignete Wohnung nicht, weil sie 2 (!) qm zu groß war. Ulli zog trotzdem um. Das Jobcenter kürzte die Kosten der Unterkunft um 30%. Ulli ging vor Gericht. Das Jobcenter ging durch alle Instanzen. Auch hier erlebte Ulli die Entscheidung des Gerichtes nicht.

 

Er bekam am Ende seines Lebens Grundsicherung im Alter. Die Entscheidungen des Jobcenters wurden vom Amt für Grundsicherung (Sozialamt) fortgesetzt. So hatte er nie genug zum Leben. Er hatte 38 kg an Gewicht verloren. Ulli starb Ende des Monats und am Ende des Geldes im Sommer 2012 in seiner Wohnung. Die Medikamente gingen zu Ende. Im Kühlschrank gab es noch eine Scheibe Brot und einen Rest Marmelade.

 

Als der Kapitalismus die Pferde nicht mehr brauchte, wurden sie abgeschafft. Sie endeten beim Schlachter. Wenn der Kapitalismus heute den Arbeiter nicht mehr braucht ???

 

Rechtspopulismus und Rassismus bei den Anhängern von Baergida.

Verfasst von Petra Leischen am 18. September 2015.

Der Mondtag gegen den Halbmond

von Sven Bremer

Was braucht der moderne Nazi für sein Glück? Er braucht einen gut besuchten Ort, anständiges germanisches Wetter, ein paar Fahnen aus der deutschen Historie und das Gefühl, ja kein Nazi zu sein. Man will schließlich nur aufklären, lediglich rundum informieren, eigentlich ja saufen.

Dabei nutzen diese selbsternannten Patrioten gern eine Demokratie, gegen die sie protestieren und nähren sich von unbegründeten Ängsten. Odin ist scheinbar kein Gott, der ihnen die Ängste nehmen kann. Aber auch unter ihnen befinden sich viele unterschiedliche Interessengruppen. Sie alle eint die Phobie gegen alles Nichtdeutsche, wobei sie auch nicht wirklich immer benennen können, was deutsch ist und was nicht. Oft teilt sich das nur in gut und böse, in schwarz oder weiß ein. Die Weißen, dass sind sie. Der Deutsche ist naturgegeben fleißig, pünktlich, schlau sowie ein Dichter und Denker. Falsch gedacht. Mit ihren grölenden Parolen wirken die Hooligans, Neonazis, Nationalisten, Reichsbürger, Biodeutschen und braunen Skinheads auch nicht gerade wie schöngeistige Dichter.

 

In Wirklichkeit haben die fleißigen Deutschen gleich zwei Weltkriege entfacht, Millionen von Menschen in Konzentrationslagern umgebracht und einige, die sich heute so ungern an diese Zeit erinnern, würden das gleiche am liebsten wieder mit anderen Kulturen, Religionen oder Hautfarben tun. Sie bereiten allzu gern einen Nährboden für die Saat des Schreckens. Bekämpft man seine Ängste denn so gut, indem Schrecken verbreitet wird?

In einer ständig zusammenrückenden Welt, in der sich die Kulturen längst durch viele verschiedene Technologien, wie zum Beispiel das Internet, gegenseitig befruchten können, kommt die Forderung nach etwas isoliertem Lokalen, der Ansicht, dass die Erde eine Scheibe sei, gleich oder der, wonach sich im Universum alles um Deutschland drehe.

Aber auch die Nazis sind nicht alle gleich. Es gibt noch andere Patrioten. Ältere Frauen und Männer aus dem Mittelstand, die der aktuellen Politik misstrauen, von der viel zu soften AfD oder CSU enttäuscht sind und die eine Schuld an den eigenen Problemen bei anderen suchen. Sie bieten keine Lösungen an, sondern schimpfen und meckern nur. Empfinden sich dabei aber als Personen, die ja besonders aufgeklärt sind und zu den wenigen gehören, welche sich nicht von der Lügenpresse und den Lügenpolitikern betrügen lassen. Manchen von ihnen gefällt es auch, eine Rolle in einer Pseudo-Revolution zu spielen oder Bestandteil einer Bewegung zu sein. Und auch einmal aus dem Stammtisch heraus zu kommen. Sie suchen untereinander im braunen Schmutz der Straße nach der persönlichen Bestätigung.

 

Dabei verstecken sie sich hinter einer wilden Mischung aus Fahnen. Letztendlich wirken ihre Aufmärsche wie ein Möchtegern-Gautag. Es wird die alte Preußenfahne herangezogen und auch eine zeitgemäße neuere. Wobei der alte Fritz nichts gegen Einwanderer hatte. Dann wird die Israel-Fahne gehisst, weil man sich dann vom Antisemitismus abheben kann. Allerdings ist eine Islamphobie nicht weniger rassistisch, als der Antisemitismus. Dazwischen sind seltsame Fahnen wie die des Deutschen Ordens oder einer solchen, auf der mit altdeutscher Frakturschrift „Odin“ steht. Das sind so die Götter der politisch besorgten Bürger, die sich nicht ernst genommen fühlen. Genauso gut könnte auf der Fahne "Prost" stehen. Desweiteren darf natürlich auch nicht die "Wirmer-Fahne" fehlen. Eine fiktive Fahne, die 1944 im Widerstand zum Nationalsozialismus entstanden ist, aber in heutigen Tagen von rechtspopulistischen Organisationen wie das Deutsche Kolleg, pro NRW und Pegida als Widerstandssymbol zur hiesigen Politik benutzt wird. Mit dem gleichen Zynismus, mit dem Nazis andere als Nazis bezeichnen. Denn im Nationalsozialistischen Widerstand befinden sich ihre Protagonisten meistens nicht.  Auch sind Fahnen aus Sachsen, Brandenburg und immer wieder die aktuelle Fahne der Bundesrepublik Deutschland zu sehen. Obwohl man doch gegen die Regierung der Bundesrepublik demonstrieren will und deren Presse ablehnt. Die schwarz-rot-goldene Flagge stammt noch von den Befreiungskriegen gegen Napoleon. Insbesondere vom Lützower Freikorps. Später wurde die Fahne in der Revolution 1848/ 1849 aufgegriffen und nach dem zweiten Weltkrieg offiziell für die Bundesrepublik Deutschland eingesetzt. Diese „Patrioten“ tragen sie mit Stolz in der einen Hand und mit einer Bierflasche in der anderen. Wahlweise muss sie aber doch abgelegt, oder der Freundin in die Hand gedrückt werden, um mit dem Handy den Feind heranzoomen zu können. Mit einem Handy aus China oder Taiwan selbstverständlich.

 

Zu den Flaggen und dem geselligen Protestieren kommen noch die Träumereien über ihre Ideale und Meinungsverirrungen dazu. Da findet sich immer jemand, der dort als bejubelter Star eingeladen wird.

Das alles ist Pegida und auch Bärgida. Nicht alles im Land und auch nicht an der Regierung ist perfekt, schon gar nicht, wenn man da an das sture Aussitzen von NSA-Affären oder den Mord an Flüchtlingen im Mittelmeer denkt. Doch leider wird die konstruktive und seriöse Kritik daran von solchen fehlgeleiteten Stimmungen untergraben. Wutanfall-Bürger meckern, bis sie braun werden. Demokratie, Humanismus und sozialer Anspruch finden woanders statt.

Deshalb rufe ich jeden Bürger auf: „Lasst die Rechten links liegen!“

Ende.

Ursache, Geschichte und Aufgabe des Aktionsbündnisses No Bärgida

Vom 18. September 2015. Autor Sven Bremer

Ursache, Geschichte und Aufgabe des Aktionsbündnis No Bärgida

von Sven Bremer

 

Wie sein Name schon anklingen lässt, hat sich das Aktionsbündnis No Bärgida, dem Kampf gegen Bärgida, einer Berliner Mutation von Pegida, verschrieben. Es ist ein loser Zusammenschluss von aktiven Menschen unterschiedlichestes Alter, Nationalität und Religion, die sich gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit einsetzen.

 

Hervorgegangen ist das Bündnis aus zwei großen Impulsen. Der erste Impetus war, dass eine Person eine sogenannte Bärgida im Dezember 2014 gegründet hatte. Diese Person war früher im Bundesvorstand der rechtspopulistischen Partei "Die Freiheit" und war auch Mitglied in der rechten "Bürgerbewegung Pax Europa".

Der zweite Geburtshelfer zeichnete sich in den Gegendemonstrationen ab, die sich schnell als Reaktion auf Bärgida formierten. Der Winter war stimmungsvoll, politisch und streitbar.

Die Aktivitäten und Bestrebungen damals etwas gegen Bärgida, Pegida und nicht zuletzt auch etwas gegen Nazis allgemein zu unternehmen mündeten in der Idee, die vielen unterschiedlichen Kräfte zusammen zu fassen. Damals gab es zahlreiche Gruppierungen, Privatpersonen und Initiativen die sich der Pegidawelle entgegen stellen wollten. Pegida konnte eben nicht behaupten, dass sie für das ganze Volk sprachen.

 

So entstand, nach einer Planungsphase, dass Aktionsbündnis No Bärgida. Am Anfang waren wir noch so viele, dass wir unterschiedliche Arbeitskreise bestimmten. Vieles wurde beim machen definiert. Nicht alle, aber einige von uns mussten auch ersteinmal Erfahrungen sammeln. Wir haben sehr erfahrene, bekannte Aktivisten unter uns, aber auch völlige Neulinge. Hauptprodukt des Bündnisses war die wöchentliche Demo gegen Bärgida. Über Monate hinweg war dies damals einer der wenigen Demos gegen Bärgida. Es ging darum Bärgida nicht die Straße allein zu überlassen und auch nicht den Eindruck in der Öffentlichkeit entstehen zu lassen, dass es keinen Protest oder gar Zustimmung zu Bärgida gab. Selbst auf dem Höhepunkt Bärgida, die ja von der Erfolgswelle die Pegida erreichte mitschwammen, wurden diese Bewegungen, von der Politik unterschätzt, tod geschwiegen oder benutzt.

 

Bei uns entstanden derweil viele Ideen und Strategien zu den Demonstrationen. Es wurden verschiedene Wege ausprobiert, teilweise nur als Blogdemo, damit Bärgida dort nichts anmelden kann. Oder es wurde mit Täuschungsmanövern gearbeitet. So erinnert jeder Montag immer auch an ein Spiel aus Aktion und Reaktion, wenn die Sache an sich nicht so ernst wäre.

 

Mit jeder Erfahrung entwickelte sich das Bündnis und bekam einen festen Kern von mutigen und helfenden Demo-Teilnehmern. Mit der Entwicklung fand auch eine Darstellung des Bündnisses nach außen statt.

Es entstand ein umfangreiches optisches Erscheinungsbild vom Bündnis. Mit seinem Transparenten, seinem Banner im Internet, den Buttons, dem Logo und später mit den Flyern.

 

Das augenscheinliche Interesse der Bevölkerung schien mit den Wochen und Monaten an Bärgida und auch an der Gegendemo wieder abzunehmen. Orga-Teilnehmer von Pegida verliessen die Gruppe und gründeten eigene Gruppierungen, die wiederum bedeutungsloser wurden. Doch hauptsächlich das stark abnehmende Interesse der Medien, dass zuvor noch so schnell und umfangreich entstanden worden war, trug zur Gleichgültigkeit der Mehrheit bei.

Ohne öffentliche Diskusion, hat Bärgida die Möglichkeit unbehelligt seine Sichtweisen zu platzieren. So beeinflusst der Geist von Pegida die Gesellschaft und die Politik. Gerade in den Zeiten wo Menschen hilflos im Mittelmeer sterben oder eine Regierung zwischen nützlichen Flüchtlingen und nicht nützlichen Flüchtlingen definieren will, muss man gegen Bärgida und deren Gesinnung, protestieren und sich dagegen einsetzen. Bärgida ist ein Sammelbecken für viele Nazis. Die sind dort mal geistige Brandstifte und mal reale Brandstifter. Es ist nicht nur eine Frage von der eigenen politischen Anschauung, sondern es geht beim Kampf gegen Bärgida auch nicht zuletzt um Menschenrechte und Menschenleben.

 

Es war immer hoffnungsvoll zu sehen wie sich in No Bärgida Menschen zusammen gefunden haben, die ohne Bezahlung und mit einem großen persönlichen Einsatz, dafür aktiv wurden, dass sich der Rassismus und die Islamfeindlichkeit von Bärgida nicht noch mehr in der Gesellschaft verbreiten können.

 

Mit der Zeit hat No Bärgida mit zahlreichen ähnlich denkenden und handelnden Gruppen eine Zusammenarbeit angestrebt. In der Vergangenheit mit den Studis gegen Pegida und anderen und heute mit der Roten Aktion, Moabit hilft, Berlin gegen Nazis und einige mehr. Der Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte hat sich solidarisch mit uns gezeigt und auf einer Demo von uns gesprochen, ebenso Bundestagsabgeordnete. Aber auch der normale Bürger findet in unserer Reihe Gehör und eine Plattform um gegen Bärgida und alle Nazis zu protestieren. Jeder ist eingeladen auf einer unserer Demos seine Meinung zu den Nazis zu sagen oder auch einen Vortrag zu halten.

 

Unser Bündnis hat sich nun zu einer Kraft gegen die braunen Montagsdemonstranten entwickelt. Viele neue Gesichter sind hinzugekommen. Hier versammeln sich die wirklich besorgten Bürger. Aus Sorge um Flüchtlinge, die nicht selten von der Politik allein gelassen werden und von Bärgida-Teilnehmern angegriffen werden oder aus Sorge darum das sich in Deutschland wieder Propaganda, Ideologien und Verschwörungstheorien breit machen können, die ein Land wie Deutschland noch aus früherer Zeit kennt. Gerade Deutschland steht in der Verantwortung solche Einflüsse in der Gegenwart zu bekämpfen. Denn die Zukunft, die daraus resultieren kann, wollen wir alle nicht haben.

 

Ende.

NoBärgida am

Vom 18. September 2015. Autor Richard Herding
  
Montag, 13. April 2015

Redebeitrag von Dr. Richard Herding (ID Medienpraxis)

 
ZUR ANTI-PEGIDA-BÄRGIDA- KUNDGEBUNG, Berlin 6. April 2015
 
DANKE, PEGIDA,
DANKE, BÄRGIDA!
 
Vor wenigen Tagen, zum 1. April 2015 (ja, zum ersten April!) haben beide Organisationen, Pegida in Dresden und Bärgida in Berlin - beide Organsationen haben sich aufgelöst, beide haben aufgehört zu existieren. Danke für so viel Einsicht, aber DANKE vor allem für die Nachfolge-Organisation, die ihr angemeldet habt, als gemeinnützigen Verein. Am 1. April.
 
Die neue Organisation ist so schön melodisch auszusprechen wie Pergida und Bärgida, sie heißt IGJERETADA, also nicht wie die doofen Abkürzungen s-p-d, c-d-u, d-g-b undsoweiter, die müssen wir ja sonst ertragen. IGJERETADA, das heißt: IGNORANTEN JEDWEDER RELIGION, AUS DEM TAL DER AHNUNGSLOSEN, also kurz und melodisch: IGJERETADA. (Ach übrigens, für die Feministinnen: selbstverständlich auch IgnorantINNEN jedweder Religion.)
 
Und sie sind Entdecker/innen, die Igjeretada-IgnorantInnen. Sie bleiben nicht ahnungslos - Ihr wisst ja, zu DDR-Zeiten hieß die Gegend um Dresden "Tal der Ahnungslosen", weil kein West-Fernsehen dort zu empfangen war. Heute kann und muss man sich umsehen und kundig machen. Man entdeckt zum Beispiel - den VATIKAN-STAAT. Was? Europa hat einen Religions-Staat, wie der Islamische Staat im Irak und Syrien? Das Staatsoberhaupt steht an Gottes Stelle, wie ein Kalif ? Jeder Staatsbürger MUSS  der Staatsreligion angehören? Eine eigene Truppe gibt es sogar, die ebenfalls ausnahmslos der Staatsreligion angehören muss?
 
(ACHTUNG: Ihr wisst ja, Satire muss frei sein und bleiben. WER IRGENDETWAS IN DIESEM BEITRAG AUCH NUR ALS  MINIMALE ENTSCHULDIGUNG FÜR DIE EXTREMEN,  ABSCHEULICHEN KRIEGSVERBRECHEN DES "ISLAMISCHEN STAATS" oder anderer islamistischer  Krimineller Banden ansieht,  soll im Höllenfeuer schmoren.)      

Also, wir kennen sie alle, diese westeuropäische Variante des Islamischen Staats: das potenzielle Terror-Regime nennt sich Vatikanstaat, mit dem Papst an der Spitze. Das hat die Igjeretadas aufgeschreckt. Sie gingen am Karfreitag in katholische Kirchen, und was sie da von den Kanzeln hörten, zog ihnen die Schuhe aus: die Juden, so tönte es da, "die Juden" forderten, dass Jesus ans Kreuz genagelt werden sollte, obwohl die römischen Besatzer samt Gouverneur Pilatus dagegen waren. Dabei sollte genau dieser Jesus einen Aufstand gegen die Römer organisiert haben! Und "DIE JUDEN" hätten sich durchgesetzt, und Jesus ist krepiert. Und wieviele Anhänger dieser gnadenlosen gruseligen Religion gibt es in der Europäischen Union? Diese Katholiken sind in der EU sogar die Mehrheit! Daniel Cohn-Bendit hat gesagt, es gibt mehr Muslime in der EU ale ein ansehnliches Mitgliedsland wie Holland Einwohner hat - aber unter sagen wir mal 300 Millionen EU-Bevölkerung sind circa 180 Millionen Katholiken unvergleichlich viel mehr.
 
Also, Ignoranten JEDWEDER Religion, lang erwartete Nachfolger von Pegida und Bärgida: jetzt wird nicht mehr einseitig nur Angst vor dem Islam geschürt. Nein, jetzt wird überall gesucht, was sich aufputschen lässt:, dass bestimmte Religionen oder Kultgemeinschaften gefährlich sind, sodass man jeden Montag gegen sie auf die Straße gehen muss.
 
Egal - fangen wir mit Martin Luther an: Reformation in Deutschland, die kriegt ja einen Extra-Staatsfeiertag, staatlich bezahlt, am 31. Oktober 2017. Was hat dieser Luther propagiert? Erschlagt die aufständischen Bauern! Schickt die Juden in die Hölle! so oder ähnlich. Das ist Abendland, das ist zivilisiert. Also immer weiter, bis zum Ziel. Da gab's doch auch den Krieg zwischen Rechtgläubigen und Ungläubigen, immerhin DREISSIGJÄHRIGER Krieg, und 100 Prozent haben sie mitgemacht, Evangelen und Katholen. Die 0,001 Prozent Muslime für Islamischen Staat, Boko Haram, Al Qhaida, mit allen Schrecken, die sie organisieren - erreichen sie wirklich das Niveau des CHRISTLICHEN ABENDLANDES von den Kreuzzügen bis zum Dreißigjährigen Krieg?
 
Also, immer weiter bis zum Ziel: der zukünftige, allerneueste Nachfolge-Verein, ebenso melodisch der Name:
PaWeBüSoReKa!
 
Das heißt dann: Patriotische Weltbürger, die SOGAR Religion kapieren!
Und Mohammed meldet sich als als euer Freund auf Facebook. Gratuliere: Nach-Nach-Nachfolger von Pegida und Bärgida! Gratuliere, Ant-Pegida und Anti-Bärgida! AUFKLÄRUNG SIEGT.
 
Jetzt dürfen wir aussprechen, auch in Dresden, Berlin und sonstwo, dass die christlichen Terroristen - ach nein, gottgläubige Befreiungs-Heere mit christlichen Kreuzzugs-Soldaten die Ungläubigen auslöschen wollten, das ist jetzt ungefähr 700 Jahre her, hat aber immerhin zweihundert Jahre gedauert. Im Islam, was übersetzt FRIEDEN heißt, gibt es 3 bis 4 kriegerische Koran-Verse - 3 bis 4 von 6000 Versen. Das sind Widerstandsverse: Wenn du mit Gewalt angegriffen wirst, dann verteidige dich!
 
Christen machen heute keine Kreuzzüge mehr, GOTT sei Dank, Länger hielten sich die Hexenverbrennungen über die Jahrhunderte. Aber: Heute geht's ohne Waffen auf die Opfer in nächster Nähe. Freundliche Botschafter von Jesus machen so viel Sex-Missbrauch bei den anvertrauten Jüngern, dass sogar der Papst darüber reden muss. Freundliche Statthalter von Jesus, das sind Bischöfe in Deutschland, die kriegen Jahr für Jahr reichlich Millionen aus dem deutschen Staatshaushalt. Und der Bischof von Limburg hat ja genug von diesen Millionen in seinen Prachtpalästen versenkt. Zugegeben, kein Vergleich mit den grauenhaften Morden im "Islamischen Staat", bei Boko Haram oder Al Qhaida. Aber woher kommen denn die Mitläufer, die Rekruten für den "Islamischen Staat" und ähnliche Organisationen? In Afghanistan und Irak spielen 90 % CHRISTLICHE Soldaten gegen die muslimische Mehrheit das beliebte Spiel: DEMOKRATIE HERBEIBOMBEN. Und das ist die Rekrutierung für die Islam-Terroristen.
 


Anhängerinnen reden könnt: denkt an das Kopftuch-Gebot! Das Kopftuch-Gebot ist ja jetzt höchstrichterlich zugelassen. (Deutscher, ordentlicher, geht's nicht mehr.) Aber:

Die Kopfbedeckungs-Pflicht gilt auch für Männer!
 
[Setzt Kopfbedeckung auf] Ja und warum Kopfbedeckung für Frauen und für Männer?
 
Da gibt es einen Selbstversuch: Streicheln Sie doch mal den Mann oder die Frau Ihres Herzens ganz zart und vorsichtig am Haar-Ansatz!
Vielleicht geben Sie dann dem Islam recht, in einem winzigen Punkt. Das Streicheln am Haar-.Ansatz könnte eine Lehre sein.
 
Vielleicht werden Sie dann in einem winzigen Punkt zu
Pefidas,

 

also: zu
                                                                                                  Patriotrischen Europäern für die Islamisierung des Abendlandes.
Jedenfalls am Haaransatz.

Die Nutzung strategischer Organisationsanalyse zum Zwecke der internationalen Solidarität

Verfasst von Petra Leischen am 11. September 2015.

Anläßlich der Lage der Griechen habe ich eine Analyse strukureller und damit auch politischer Macht "ausgegraben", von der ich mir erlaube zu meinen, dass diese Überlegungen gerade auch für die Arbeiterklasse im politischen Raum nützlich sein können, insoweit sie sich gemeinschaftlich über nationale Grenzen hinweg strategisch bedeutsame Räume aneignet, um sich Macht anzueignen und für ein gutes Leben zu nutzen.

 

Strategische Organisationsanalyse

 

Michel Crozier/ Erhard Friedberg, "Macht in Organisationen"

 

 

Entstehung:

 

Das Buch von Crozier/Friedberg entstand im Rahmen einer Kooperation zwischen dem Wissenschaftszentrum Berlin (West) mit dem Centre Sociologie de Organisation Paris. Erhard Friedberg hat seinen Beitrag im Rahmen seiner Mitarbeit im Forschungsbereich "Politik und Verwaltung" des Wissenschaftszentrums Berlin erarbeitet. Das Buch erschien zuerst in Frankreich, 1979 dann auch in Deutschland.

 

Die Methode:

 

Die Forscher haben die induktive Methode ausgewählt, d.h. die Methode des Schließens vom Besonderen auf das Allgemeine. " Will die strategische Analyse der nicht aus der Welt zu schaffenden Kontingenz des zu untersuchenden Phänomens Rechnung tragen, so muß sie den Weg des hypothetischen induktiven Vorgehens einschlagen, das durch die Beobachtung, den systematischen Vergleich und die Interpretation der vielfältigen, in dem zu untersuchenden Handlungssystem ablaufenden Interaktions- und Tauschprozesses seinen Forschungsgegenstand nach und nach erstellt und immer genauer erfasst. Alles in allem ein Verfahren also, das sich der gelebten Erfahrung der Beteiligten bedient, um immer allgemeinere Hypothesen über die Merkmale des Ganzen aufzustellen und zu verifizieren." (S.241)

 

Der Forscher hat die bewerteten Praktiken nicht zu bewerten, sondern zu verstehen.(S:92) das Ziel seiner Arbeit ist es ja gerade, hinter dem scheinbaren Sinn oder Unsinn der beobachteten Phänomene deren tieferen Sinn zu suchen und zu finden, d.h. die besonderen Zwänge aufzudecken, die scheinbar "irrationalen" Verhaltensweisen und Reaktionen ihre Rationalität wiedergeben.

 

Im 1. Schritt hat er sich eine Position der kritischen Distanz geschaffen, um seine Autonomie und seinen kritischen Blick auf das untersuchte Feld zu wahren.

 

Im 2. Schritt muss der Forscher in das Feld "einsteigen", um sich an die Stelle der Verschiedenen Akteure zu versetzen und die Logik der verschiedenen Situationen für sich selbst nachzuvollziehen.

 

Im 3. Schritt muss er die vielfältigen, von ihm beobachteten Rationalitäten oder Strategien miteinander konfrontieren und vergleichen, um so nach und nach zu den Merkmalen und Regeln der impliziten, das beobachtete Feld strukturiernde Spiele zu gelangen.

 

Zum 4. muss er das aussondern, woraus er Aufschluss über die Wirklichkeit der Machtbeziehungen zwischen den Akteuren und ihrer Interaktion steuernden Regeln gewinnt, sein Verfahren kann auch Nachdenken über Abweichungen genannt werden.

5. Dem Erleben der Beteiligten wird eine entscheidende Rolle zugeschrieben. Daher wird die Technik des Interviews privilegiert.

 

6. Der Rückgriff auf das Erleben der Beteiligten ist zwingend für die ernsthafte Kenntnis des Feldes.

 

Für Crozier/Friedberg sind Organisationen der Austragungsort ausgeklügelter Spiele.

Spiele sind hier im Sinne von "games" zu verstehen. Es geht darum zu gewinnen und die Organisation als ganzes aufrecht zu erhalten.

 

Die Akteure organisieren Integrationsformen, die die notwendige Zusammenarbeit zwischen Akteuren ermöglichen, ohne deren Freiheiten, d. h. deren Möglichkeiten widersprüchliche Ziele zu verfolgen, zum Verschwinden zu bringen. (S.42)

 

"Diese Konstrukte wirken indirekt und bestimmen nicht direkt das Verhalten der Akteure. Sie richten mehr oder weniger lose, mehr oder weniger bewusst strukturierte Spiele ein, deren Beschaffenheit und Regeln eine Reihe von möglichen Gewinnstrategien aufzeigen. Die Akteure können und müssen zwischen den Strategien wählen." (S:121)

 

Reichen die ihnen zur Verfügung stehenden Ressourcen, können die Akteure gegen diese Spiele spielen. Sie können eine Strategie einnehmen, die kurzfristig Verluste bringt, in der Hoffnung oder mit dem Ziel, dass das Spiel/die Spiele sich zu ihren Gunsten umkehren werden. Die Spiele bleiben offen und ihr Zwang bleibt indirekt. Ein Akteur muss eine der möglichen Gewinnstrategien einnehmen, solange er das

Spiel fortsetzen und sicherstellen will, dass seine Teilhabe am Spiel ihm Vorteile bringt. Durch dieses Tun trägt er unabhängig von seinem Willen zur Erreichung der Gesamtziele bei.

 

Kollektives Handeln ist allerdings nie grundlos, sondern immer ein Bündnis der Menschen gegen die Natur, mit dem Ziel materielle Probleme zu lösen.

Die zu diesem Zweck geschaffenen Konstrukte strukturieren die Probleme zwar um, können aber von deren wichtigstem Element der Ungewissheit nicht abstrahiert werden.

 

Jedes Problem beinhaltet eine gewisse Ungewissheit im Hinblick auf die Lösungsmöglichkeiten. Dies stellt die grundlegende Ressource in jeder Verhandlungsbeziehung dar.

 

Vorhandene Ungewissheit wird von den zur Kontrolle fähigen Akteuren in ihren Verhandlungen mit den davon abhängigen Akteuren benützt.

 

Ungewissheit vom Blickpunkt der Probleme ist Macht vom Blickpunkt der Akteure:

Die Beziehung der Akteure, sowie die Beziehung zu den sie betreffenden Problemen schreiben sich also in ein egalitäres Handlungsfeld ein, das durch Macht und Abhängigkeitsverhältnisse strukturiert wird. (S.13)

 

Die Akteure sind gegenüber den relevanten Ungewissheiten des Problems nicht gleichgestellt.

 

Diejenigen, die dazu fähig sind (Ressourcen, Situation, Fähigkeiten) diese Ungewissheiten zu kontrollieren, werden ihre Macht dazu benützen, um ihren Standpunkt anderen aufzuzwingen.

 

Ein Problem als solches existiert im übrigen nicht.

 

Um abgearbeitet und gelöst werden zu können, muss es immer umdefiniert werden, entweder um es den Merkmalen der schon bestehenden Spiele anzupassen oder um die Schaffung diese "künstlichen" Ungewissheiten zu ermöglichen, ohne die es keine Verhandlung, kein Spiel geben kann.

 

Die autonome Vermittlung der Konstrukte kollektiven Handelns, die ihre eigene Logik entwickeln und ihre eigenen Anforderungen haben, schiebt sich zwischen das Problem und seine Lösung. Da man nur das wahrnimmt, was man lösen kann, was im Rahmen der schon bestehenden Konstrukte behandelbar ist, ist die Schlussfolgerung klar:

 

Als Instrumente und Mittel sind die Konstrukte kollektiven Handelns zugleich auch Zwänge für die Art und Weise dieser Lösungen, wenn sie sie nicht vollständig verhindern.

"Jede Struktur kollektiven Handelns stellt sich als Machtsystem dar. Sie ist ein Machtphänomen, das als solches zugleich Auswirkung und Ausübung von Macht beinhaltet."(S.14) Jede ernstzunehmende Analyse kollektiven Handelns muss also Macht in das Zentrum der Überlegungen stellen, den kollektives Handeln ist im Grunde nichts anderes als tagtägliche Politik. Macht ist ihr Rohstoff. (S.14)

 

Macht ist eine unausweichliche nicht aus der Welt zu schaffende Dimension des Werdenden wie des Bestehenden, der Bewegung wie der Stabilität, mit einem Wort des sozialen Handelns überhaupt. (S.15) im Grunde ist Macht eine Beziehung," die als spezifische und autonome Vermittlung der widersprüchlichen Ziele der Akteure immer an eine Spielstruktur gebunden ist: diese Struktur umschreibt und definiert die Relevanz der "natürlichen" und "künstlichen" Ungewissheitsquellen, die diese kontrollieren können. Macht ist grundlegende und unausweichliche Dimension jeder Sozialen Beziehung, die sich immer als ein Verhandlung und Integration beinhaltendes Embryon kollektiven Handelns analysieren lässt. (S.17) Macht stellt einen täglichen Mechanismus unserer Existenz dar. Wir verwenden sie ständig in unseren Beziehungen. Unsere Beziehungen mit anderen sind Machtbeziehungen in dem Maße wie wir existieren wollen, statt einfaches Mittel zu werden, relativ autonomer Akteur werden wollen.

 

In Organisationen ist der Mensch weder nur Hand (Taylor), noch Hand und Herz (Human Relation) sondern vor allem auch Kopf, das heißt Freiheit, er kann manipulieren und berechnen und sich den Gegebenheiten seiner Gegner erfinderisch anpassen.

 

Eine Organisation ist von daher nicht durchsichtige Gesamtheit, sondern ein Reich von Machtbeziehungen, von Einflussnahme, Feilschen und Berechnung. Die Konflikt geladenen Beziehungen lassen sich nicht in ein integriertes logisches Schema einordnen, sie dienen unzähligen Akteuren als Mittel sich, allerdings in sehr ungleichem Ausmaß bemerkbar zu machen und auf das System und ihre Gegenspieler Druck auszuüben.

Menschliches Verhalten ist auf keinen Fall dem mechanistischen Druck des Gehorsams oder des Drucks struktureller Gegebenheiten gleichzusetzen, es ist immer Ausdruck und Verwirklichung einer noch so geringen Wahl.

 

Bei der Untersuchung von Gruppen ist zu unterscheiden zwischen apathischen Gruppen, denen es an Gelegenheit und Fähigkeit fehlt zu agieren, eratischen Gruppen, die über Gelegenheiten verfügen, denen es aber wegen der großen Zahl ihrer Mitglieder und der Art ihrer internen Beziehungen schwer fällt sich in organisierter und kontinuierlicher Zahl zusammen zu tun und konservativen und strategischen Gruppen, die weniger Mitglieder und größere Interventionsfähigkeiten haben. Sie können nicht nur vorhandene Fähigkeiten besser ergreifen, sondern ihnen kann es auch gelingen, sich daraus neue zu schaffen.

(S.31)

 

Unter gewissen Umständen können die eratischen Gruppen das Mittel entdecken, um sich zu organisieren, und so die ihnen offenen Gelegenheiten besser ausnutzen. Die apathischen Gruppen, indem sie eine Fähigkeit entwickeln, Handlungsgelegen-

heiten entwickeln, oder sie können durch Entdeckung einer Gelegenheit kollektive Fähigkeiten ausbilden.

Nichts steht hier im voraus und für alle Zeit fest.

 

Die Akteure treffen die Wahl zwischen mehreren möglichen Optionen.

"Die Handlungsfelder bestehen aus Akteuren, die denken, auch wenn sie nicht alle Fakten besitzen; die Absichten haben, auch wenn es nicht immer gelingt ihre ziele zu erreichen; die fähig sind eine Wahl zu treffen, auch wenn diese nur intuitiv erfolgt; und die sich in intelligenter Weise einer Situation anpassen können oder zumindest der Wahrnehmung, die sie davon haben, und demgemäß ihr Handeln entwickeln".(S.202)

 

Die Strategien, die Akteure entwickeln, müssen weder mit dem Willen des Akteurs identisch noch immer bewusst sein:

 

"Tatsächliches Handeln macht Bewusstsein und Routine, Intuition und explizites Kalkül, Reaktivität und Antizipation zu einem analytisch vielleicht auflösbaren, empirisch aber unentwirrbaren Knäuel.2(S.152)

 

Der Begriff der Strategie deckt hier zum Aufdecken von Strukturen. Die Motive der Akteure werden nicht aufgedeckt. Strategie ist ein Erklärungsbegriff für das Verhalten von Akteuren in einem bestimmten Kontext, "zudem entscheiden die Akteure in einem Kontext begrenzter Rationalität in sequentieller Weise und wählen für jedes zu lösende Problem die erste Lösung, die seiner Meinung nach einer minimalen Befriedigungsschwelle entspricht." (S.33).

 

Da die radikale Umverteilung von Unten nach Oben innerhalb Europas nicht bei den Griechen haltmachen wird, liegt es im Interesse der Arbeitenden und Arbeit suchen-den,wie auch der Erwerbslosen und Marginalisierten, einen Schuldenschnitt für Griechenland durch zu setzen.

Zu diesem Zweck reicht es aus, die wichtigen Zentren der kapitalistischen Ordnung in Europa zu bestreiken, wir z. B. die Rechenzentren der Banken und Konzerne, wichtige Bereiches des Transportes. Das allerdings würde das Machtgefälle zwischen Arbeit und Kapital zugunsten derer verschieben, die nichts zu verkaufen haben, als ihre Arbeitskraft.

 

Das ID in Facebook

Verfasst von Sven Bremer am 21. März 2014.

Von Grillen, Ameisen, Räubern und Contentmafiosi

Vom 21. Mai 2012. Autor Björn M. Langneff

Die Trompeter blasen, die Schwerter sind geschärft. Kampf liegt in der Luft. Was gibt es? Das Urheberrecht.

 

Auf der einen Seite die „Kids“, die für nichts bezahlen wollen. Den Musikern und anderen Kreativen „ins Gesicht pissen“ (so Sven Regener). Wieder mal der Untergang des Abendlandes.

KLUGEs Fernsehen als unterbliebene Nachricht (Auch als Präsent zu Alexander Kluge's 80. Geburtstag am 14. Februar 2012)

Verfasst von Richard Herding am 14. Februar 2012.

Gegen das Halbe Wissen !!

Vom 19. Dezember 2011. Autor Björn Malte Langneff

"Darüber wird in den Medien nicht berichtet“ ist zur Zeit ein -zumindest im Internet- häufig gehörter und gelesener Satz. Sowohl Islamfürchter wie Sarazin und Broder führen ihn im Munde (oder besser in der Tastatur) als auch die „Truther“, Esoteriker und andere Weltverschwörungstheoretiker. Nach meiner Meinung haben sie Unrecht, denn es wird im Gegenteil sehr viel über sie geschrieben.

 

Auch ist es natürlich wichtig -und es wird immer wichtiger- Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden.

 

Dieses vorweg genommen, ist es wichtig zu sehen, dass es immer noch Themen gibt, die in der Informationsflut untergehen und/oder nicht wahr genommen werden. Um diese Themen kümmert sich seit 1997 die Initiative Nachrichtenaufklärung. Sie lässt auf Anregung von StudentInnen eine Jury jedes Jahr eine Top Ten-Liste erstellen, in der sie auf die unterschätzten Themen des Jahres hinweist.

 

FREE, FREE, FREE APO ÖCALAN ????!!!!Kafka war immer dabei: Erlebnisse eines Türkei-Reisenden auf dem Weg zur Gefängnis-Insel Imr

Verfasst von Richard Herding am 5. November 2011.

[Die letzte Silbe in „Imraly“, türkisch „i“ ohne Punkt, wird wie das unbetonte „e“ in „unten“ ausgesprochen]

Alice Ströver: ein Leuchtturm der Medien- und Kulturpolitik bis heute!

Vom 27. Oktober 2011. Autor Richard Herding

27. Oktober 2011: das Berliner Abgeordnetenhaus sieht zum ersten Mal die Piraten als neugewählte Fraktion. Mediendemokratie als Haupt-Ziel einer Partei, das gab es noch nie. Fehlen wird ALICE STRÖVER, lange Jahre bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zuständig für Kultur und Medien. Das Fernseh-Archiv im Museum für Film und Fernsehen geht nicht zuletzt auf ihre Initiative zurück.

Der Mann mit dem Fagott. Starke Männer gab's in Hollywood

Vom 29. September 2011. Autor Sabine Kleczewski

Besprechungen von Fernsehfilmen sind nicht generell unsere Sache. Bei diesem Beispiel fanden wir aber das es interessant ist, da hier deutsch/östereichische/russische Geschichte aus einem interessantem Blickwinkel gezeigt wird. Udo Jürgens -sicher kein „Querulant“- aber ein ungwöhnliches Einzelschicksal das quer zu den üblichen Einordnungen steht.  (Die Red.)

„Nur der Teddy hat sein Teil oder; weh dem Schriftsteller, der sie nicht nahrhaft füttert.“

Vom 11. September 2011. Autor Björn Langneff. Dieser Artikel ist im Archiv zu finden

Aufmerksamen Freunden und Lesern dieser Seiten und Freunden des „Informationsdienst: für kritische Medienpraxis“ wird er schon einmal aufgefallen sein: Der Doppelpunkt inmitten des Namens. Werbegag? Falle für schlafende Leser? Die Antwort ist sehr viel einfacher und einleuchtender.

„…, das wird man doch mal sagen dürfen!“ oder „linker Meinungsterror“: Rechtspopulistische Kommentare in Onlinemedien

Vom 11. Februar 2011. Autor Björn Langneff

LeserInnen-Kommentare zu Artikeln werden selten in den Medien beachtet. Und wenn sie beachtet werden, dann nur soweit es sich um Leserbriefe in den klassischen Printmedien handelt. Inzwischen gibt es aber auch eine reichhaltige Kultur von Kommentaren in Online-Medien. Diese wollen wir uns anschauen, an Hand eines negativen Beispiels.

CHOTJEWITZ GESTORBEN. GRENZGÄNGER, KEIN ANGEBER

Verfasst von Richard Herding am 15. Dezember 2010.

PETER O. CHOTJEWITZ IST AM 15. DEZEMBER 2010 GESTORBEN

ID-UNTERSTÜTZER SEIT DEN 1970ER JAHREN. ER WUSSTE, WAS EINE "GROßE REVOLTE" IST.

NÄMLICH ? ( FRAGEZEICHEN)

EIN BROT MIT MAX WATTS

Verfasst von Richard Herding am 29. November 2010.

Am 23.11.2010 ist Max Watts gestorben. Wir sind sehr traurig.

* * * * *

Über das Gespenst der Migration: die Papierlosen auf dem Arbeitsmarkt

Vom 8. September 2010. Autor Markus Schlotterbeck

 

Die Aufrüstung der Grenzsicherung und die restriktive Ausländerpolitik der letzten Jahre haben die transnationale Migration in Europa nicht einzudämmen vermocht. Niemand weiß, wie viele Menschen ohne Papiere sich gegenwärtig in der EU aufhalten und von einer irregulären Arbeit leben.

 

Das Ausmaß, das migrantische Arbeit auf europäischen Baustellen, Plantagen, in Gaststätten und Kinderzimmern erreicht hat, erfordert einen Perspektivenwechsel auf die Migrations- und Asylpolitik. Die Flüchtlingsproblematik erschöpft sich nicht im Versuch von Politik und Justiz, zwischen Wirtschafts- und politischen Flüchtlingen zu unterscheiden.

 

Die Mehrheit der Medien behandelt das Thema illegale Migration aber nach wie vor unter dem Gesichtspunkt Asyl. Eine Abkehr von dieser einseitigen Fokussierung ist nötig, denn die Migrations-Abwehr bringt eine Entrechtung von MigrantInnen mit sich, der wir uns vor dem Hintergrund der Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt nähern müssen. Was europäischen Staatsbürgern als bedrohliche Utopie erscheint, prägt den Alltag „illegaler“ MigrantInnen: ein völlig deregulierter Arbeitsmarkt, auf dem Arbeitskräfte mobil und flexibel zu sein haben; ohne politische Artikulation, jederzeit künd- und ersetzbar.

 

Doch „illegale“ MigrantInnen sind nicht schlicht die Opfer einer Politik der Entrechtung. Ihre Position in der Gesellschaft weist nicht nur hin auf ihre Ausbeutung, sondern auch auf eine Autonomie. Jenseits der politischen Bühne finden MigrantInnen neue Wege der Vernetzung, mittels derer sie ihren Ausschluss zu unterlaufen verstehen.

 

Wie werden die Papierlosen die kulturelle und politische Landschaft Europas verändern?

Fuck The Army: Das Archiv Soldatenrechte in Berlin

Vom 26. August 2010. Autor Markus Schlotterbecvk

Im November 2008 stellte der US-Deserteur Andre Shepherd vor seiner Verlegung in den Irak einen Asylantrag in Deutschland. Ein Ereignis von soldatischem Widerstand, das Aufmerksamkeit erregte. Die Fälle von Desertionen und Befehlsverweigerungen zu dokumentieren, über die sonst zu wenig berichtet würde – für dieses Ziel hat sich vor zwanzig Jahren der Verein „Archiv Soldatenrechte“ in Berlin-Kreuzberg gegründet.
In der Görlitzer Straße werden die weltweit wohl einzigartigen Zeugnisse von Resistance Inside The Army (RITA) bewahrt: Bücher, Magazine, Flugblätter und Poster über den Widerstand in Vietnam und anderen Kriegen. Seit dem Tod des Archivars Dieter Brünn im April 2010 besteht über den weiteren Verbleib der Sammlung Unklarheit.

Weltraum - Alltag

Vom 4. Juni 2010. Autor Richard Herding

ein bild sagt mehr als tausend worte, daher gibt es diesmal keinen vorschautext. 

schau dir den artikel doch komplett an!